Wie es weitergeht

Dirk Henn

Und was, wenn unsere Angst zu groß wird? Wenn wir nicht mehr sehen, wie es im Guten weitergehen kann. Wenn wir keinen Weg, schon gar keinen Ausweg mehr vor uns sehen. Verloren im Hochnebel unserer Befürchtungen. Was dann?

Normalerweise baue ich mir dann Wege. Sage mir, dass es so oder so weitergehen soll. Doch oft funktioniert auch das nicht mehr. Das trägt dann nicht mehr.
Das mag auf der Arbeit sein, in meinem eingeschliffenen Alltag oder im Leben mit Menschen, die mich schon seit einiger Zeit begleiten. Oftmals befällt mich dann eine Müdigkeit, eine Lähmung, hinter der sich Angst verbirgt.

Wie aber finden wir dann ins Handeln?

Gerade dann, wenn wir drauf und dran sind aufzugeben, alles hinzuschmeißen und aus dem Kontakt zu gehen, erreichen wir einen Punkt, um den es geht.
Erinnert ihr euch noch an den Beitrag von Chögyam Trungpa? „Geh über die Angst hinaus“ ist ein wunderbares Motto, eine unvermeidliche Handlung, wenn wir wollen, dass es weitergeht.

Dann bringt mich meine Traurigkeit zurück zu mir. Zu den Zumutungen meiner Arbeit, den unerträglichen Anforderungen der Menschen die mich umgeben oder den ganz gewöhnlichen Belastungen des Alltags - gleichzeitig doch ahnend, wie sehr ich all das liebe. Inmitten dieser Traurigkeit scheint oftmals eine Kraft auf, eine Wärme - die Sehnsucht nach einem so viel würdigeren Leben. Und nicht selten wird in ihr eine große Energie frei – jetzt hier leben zu wollen, meinen Teil beizusteuern hin zu einem Weg, den ich mir so sehr wünsche.

Die Unerträglichkeit meines Seins, einmal angenommen, wird zum Kraftfeld, in dem ich erneut mit der Welt in Kontakt trete.
Kennt ihr das?

Kommentare

Drachen...

Dazu fällt mir der wunderbare Spruch von Rainer Maria Rilke ein:
"Unsere größten Ängste sind die Drachen, die unsere größten Schätze bewachen."

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