Sich selbst verschenken

Wie Geben alles verändert

Traumblume – von mir für dich

Von mir für dich       Foto © riot jane/flickr

Jonathan Mead

Meist denken wir, dass unser Erfolg davon abhängt, dass wir uns selbst in den Mittelpunkt stellen. Aber das stimmt einfach nicht.

Jeder erfolgreiche Mensch weiß, dass Erfolg davon abhängt, wie viel Wert man anderen beimißt.

Doch oft vergessen wir das einfach.

Genauso läuft es mit unserem Streben nach Glück. Wenn ich mich übermäßig auf meine Ziele und meine Gefühle und meine Begierden fokussiere, werde ich oft traurig. Wenn ich meinen Fokus auf mich lege, liegt es nur zu nahe zu denken, alles drehe sich um mich. Aber das tut es nicht. Und wenn ich so auf mich selbst konzentriert bin, fühle ich mich wahnsinnig schnell von anderen angegriffen.

Ich denke, andere täten Dinge die ich nicht mag wegen mir, obwohl sie diese Sachen einfach nur aus sich selbst heraus machen.

Siehst du wie einfach es ist, sich niedergeschlagen zu fühlen, wenn du dich übermäßig wichtig nimmst?
Darum hilft es, deine Aufmerksamkeit auf andere zu lenken, und deinen Fokus eher auf das Geben als das Empfangen zu legen. Du magst denken, dass wenn du immerzu gibst, du niemals etwas bekommen wirst. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall; gerade weil du so viel gibst weckst du bei anderen das Bedürfnis dir etwas zurückzugeben.

Es ist verrückt, wie es funktioniert:

• Du bist am interessantesten, wenn du dich für andere interessierst.
• Du gewinnst mehr körperliche Energie, indem du im Training Energie verbrennst.
• Du wirst am ehesten geliebt, wenn du liebenswert bist.
• Wenn du zu verstehen versuchst, werden andere auch dich eher verstehen wollen.
• Indem du anderen hilfst, sind auch sie mehr geneigt dir im Gegenzug zu helfen.

Es ist interessant, dass wir all diese Dinge intuitiv wissen. Doch irgendwie stellt sich unser Ego in den Weg. Unsere Selbstherrlichkeit verleitet uns zu der Annahme, dass wir etwas bekommen müssen, um unser Geben zu rechtfertigen. Aus dem gleichen Grund versuchst du im Recht zu sein, anstatt glücklich zu sein. Ist es das wert?

Du hast eine viel kraftvollere Rolle im Leben, wenn du derjenige bist, der zuerst gibt. Anders herum weißt du nämlich nicht, wie lang die andere Person brauchen wird, dir entgegenzukommen – wenn sie es überhaupt tun wird. Darauf zu warten dass andere dir geben mögen, ist wie auf irgendjemanden zu warten, der dir das geben soll, was du willst. Warum fragst du nicht einfach und findest heraus, was passiert?

Wenn du geben kannst ohne im Gegenzug irgendetwas zu erwarten, hast du die Kunst des Lebens gemeistert. Ist es nicht erstaunlich, dass die erfolgreichsten Menschen der Welt Meister des Gebens sind? Die erfolgreichsten Menschen sind jene, die anderen die größte Wertschätzung entgegenbringen.
Also lautet die Frage: Wie kannst du dich mehr verschenken?

Wahrscheinlich meinst du (wie ich), dass du am Zufriedensten bist, wenn du etwas wirklich cooles gemacht hast, oder wenn du etwas getan hast, dass dich aus der Fassung bringt. Nicht, dass derlei Dinge nicht wichtig wären, aber du findest die größte Erfüllung, wenn du dich in den Dienst anderer stellen kannst.

Hier sind einige Vorschläge für kleine aber kraftvolle Wege wie du den Menschen um dich herum heute etwas geben kannst:

Lass ab von den Erwartungen, die du an deinen Partner und an deine Familie hast. Erwarte nicht von ihnen, dass sie sich in einer bestimmten Art dir gegenüber verhalten sollen. Schau lieber, wie du ihnen zeigen kannst, wieviel sie dir wirklich bedeuten.

Teile deine Haltung mit anderen. Dies ist wirklich einer der großartigsten Wege wie du anderen etwas geben kannst. Deine Überzeugungen und deine positive Energie haben eine unglaubliche Wirkung auf deine Umgebung. Dunkelheit, von Licht genährt, wird erhellt. In gleicher Weise löst sich ein Energiedefizit auf, wenn es von starker Energie erreicht wird. Helfe, anderer Leute Niedrigenergiemuster aufzulösen, indem du ihnen deine starke, positive Energie entgegenbringst.

Kultiviere deine positive Absicht. Wann immer du mit jemandem aneinander gerätst, erteile ihm oder ihr im Stillen deinen Segen. Begegne anderen in einer positiven Haltung, anstatt sie zu verurteilen.

Zeige deine Dankbarkeit. Schreibe eine einfache Notiz oder einen Brief in dem du jemandem anderen mitteilst wie viel sie oder er für dich bedeuten. Nenne die Gründe, warum du diese Person liebst. Die Wirkung, die es auf den Empfänger hat, ist enorm.

Biete ganz einfach deine Hilfe an. Falls es nichts Bestimmtes gibt, das du für einen anderen Menschen tun kannst: Lass ihn einfach wissen, dass – falls es jemals eine Möglichkeit geben sollte, wie du ihm oder ihr helfen kannst – du dich freuen würdest, wenn er es dich wissen läßt.

Diese Dinge mögen dir klein erscheinen, aber ich denke die Welt wandelt sich durch eine Unmenge an Mini-Ideen. Revolutionen beginnen mit kleinen Handlungen.

Dieser Artikel stammt von Jonathan Mead, der die Website illuminatedmind.net betreibt. Der Artikel wurde erstmals auf der Zenhabits-Website unter dem Titel How giving changes everything veröffentlicht. Übersetzung: Dirk Henn.

Kommentare

Geben, geben, geben

Ein wundervoller Artikel. In der Tat ist die sicherste Formel für immerwährenden Überfluss: Geben, geben, geben. Ironischer weise sind wir aber aufgrund wirtschaftlicher Abhängigkeiten und einem Mangel an Liebe zu eben diesem Akt kaum fähig. Aber gibt es Ursache und Wirkung? Ist nicht alles ein Kreislauf? Wenn wir geben, verändern wir ja die Gegebenheiten (aua!). Nun werden andere von unseren Gaben abhängig. Nun geben wir Liebe, was sie mit Zins und Zinseszins zurück bringt. Ein wundervoller Beitrag!

Liebe Grüße, Klaus Gehrmann

http://www.klausgehrmann.net
Erfolg - Gesundheit - Reichtum

Die wirtschaftliche Abhängigkeiten, wirklich?

Lieber Klaus,
ich danke dir für das dicke Lob.
Es ist keinesfalls immer leicht, zu geben. O ja! Ich glaube allerdings kaum, dass es die "wirtschaftlichen Abhängigkeiten" sind, die uns an dieser Stelle hindern. Klar, die wirtschaftlichen Bedingungen erschweren vieles, aber hier sind wir es, jeder Einzelne von uns, die nur üben können, unserem Herzen Raum zu geben. Ich habe neulich einen schönen Text von Chögyam Trungpa dazu gelesen. Ich schau mal, ob ich ihn finde und falls ja, stelle ich ihn an einem der nächsten Donnerstage online.

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Nähere Details können Sie der Creative Commons Lizenz entnehmen, der dieser Beitrag unterliegt. Urheber: 52 Wege/Jonathan Mead

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