Schluss mit scheinbaren Bedürfnissen!

Leo Babauta

Es gibt so Vieles, was wir im Leben tun müssen. Bis dass wir uns eines Tages die dahinterstehenden Bedürfnisse einmal genauer anschauen.

Denk mal darüber nach, welche Bedürfnisse du möglicherweise jetzt gerade hast: Das Bedürfnis, deine E-Mails alle 15 Minuten abzufragen oder all die Blogs zu lesen oder dein Umfeld ganz aufgeräumt und ordentlich zu halten

oder dich im Stil der neuesten Mode für die Arbeit zurecht zu machen; das Bedürfnis, dich gegenüber deinen Kindern durchzusetzen oder deine Mitarbeiter zu kontrollieren oder dich mit jedem zu treffen, der sich gerne mit dir treffen möchte, oder wohlhabender und wohlhabender zu werden oder ein neues Auto zu besitzen.

Woher kommt diese Art von Bedürfnissen?
Sie sind voll und ganz künstliche Bedürfnisse.
In vielen Fällen sind die Bedürfnisse gesellschaftlich geschaffen: Der Betrieb in dem du arbeitest verlangt von dir, dass du bis neun Uhr abends arbeitest oder dass du in tadellosem Outfit am Arbeitsplatz erscheinst. Das nachbarliche Umfeld hat gewisse Standards und wenn dein Rasen nicht lupenrein gepflegt ist oder du nicht einen BMW in der Garage stehen hast, fällst du raus. Wenn du nicht das neueste iPhone hast, bist du in der In-Szene unten durch – dir fehlt dein Statussymbol und du bist neidisch auf die, die eins haben.

Manchmal werden die Bedürfnisse von uns selbst geschaffen: Wir fühlen den Drang, unsere E-Mails, RSS-Feeds oder neue Websites abzufragen, unsere Twitter-Accounts und SMS-Botschaften – selbst dann, wenn es im sozialen Umfeld oder am Arbeitsplatz keine Folgen hat, das wir es nicht tun.
Wir wollen auch dann ein perfekt gemachtes Bett, wenn es niemand anders bemerkt. Wir machen uns eine Liste von Zielen – im Leben oder in diesem Jahr – und wir wollen jedes Einzelne erreichen, selbst wenn nichts Schlimmes passiert, wenn wir die meisten von ihnen nicht erreichen.

Ein jedes dieser künstlichen Bedürfnisse kann eliminiert werden. Alles was es braucht ist die Bereitschaft, loszulassen.
Untersuche eines deiner künstlichen Bedürfnisse und frage dich, was es zu einem so wichtigen Bedürfnis macht. Frage dich, was passieren würde, wenn du es streichen würdest. Was könnte es Gutes bewirken? Hättest du mehr freie Zeit und mehr Raum um dich zu konzentrieren und schöpferisch tätig zu sein oder jeden Tag weniger Stress und weniger zu erledigen? Welche negativen Konsequenzen hat es – oder könnte es haben? Und wie wahrscheinlich ist es, dass diese Dinge auch eintreten? Und wie könntest du dem vorbeugen?

Diese Bedürfnisse sind aus Befürchtungen erwachsen, und je ehrlicher wir über diesen Befürchtungen und Ängsten umgehen, desto besser. Schau dir die Befürchtungen genau an, nehme es mit ihnen auf, und richte dir einen kleinen Versuchs-Zeitraum ein. Erlaube dir, das Bedürfnis loszulassen, aber nur für eine Stunde oder einen Tag. Nur für eine Woche. Wenn nichts Schlimmes passiert weite den Versuch aus. Und langsam magst du auf diese Art herausfinden, dass das Bedürfnis gar keines war.
Es fühlt sich gut an loszulassen. Indem du loslässt schaffst du dir neue Freiräume.

Dieser Artikel stammt von Leo Babauta, er wurde erstmals auf seiner Website mnmlist.com/ unter dem Titel letting go of fake needs veröffentlicht. Übersetzung: Dirk Henn.

Kommentare

"die innere Leere füllen...

Lieber Dirk, ich danke dir für den Eintrag!

mit all diesen äusseren Dingen versuchen wir doch nur die inneren Löcher zu füllen...

herzliche grüsse zu dir von Monika

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