Der erste Schritt zur Vereinfachung

Wie man das Wesentliche identifizieren kann, ohne dabei der Leere anheim zu fallen

Die Spreu vom Weizen trennen

Die Spreu vom Weizen trennen       Foto © eris23/photocase

Leo Babauta

Wir sprechen hier oft über das Vereinfachen, vom Entrümpeln unserer Dingwelten bis hin zur Vereinfachung der Aufgaben, die darauf warten, erledigt zu werden. Doch neulich schrieb ein Leser, sein Problem sei, dass er gar nicht weiß was er mit sich selbst anfangen soll, nachdem er zum Beispiel Fernsehen und andere Zeitverschwender aus seinem Leben entfernt hat.

Die einfache Antwort: Tu, was du liebst.
Sein Kommentar illustriert, wenngleich nachvollziehbar, eine weitverbreitete Fehldeutung von Vereinfachung.

Achtung! Die Grenze ist überschritten!

Von der Kunst zu wissen, wann wir maßlos, ungerecht oder leblos sind

Das Auto ist auch nur geborgt...

Jenseits der Grenze       Cartoon © beck/ews

Dirk Henn

Wir wissen, wann in unserem Leben etwas richtig schief läuft, wann wir von der Bahn abkommen. Nicht bewusst, oft auch nicht so, dass wir es direkt sagen könnten. Aber wir ahnen es. Und es ist wichtig, davon miteinander zu sprechen.
Es gibt dazu eine Geschichte, die mich seit meiner Jugend begleitet.

Vor mehr als 25 Jahren, zur Schulzeit, hielten wir – ein kleiner eingeschworener Kreis von Freunden – Ausschau danach, wie wir die Welt um uns herum zum Besseren wenden können. Wir waren eine Gruppe junger Menschen voll Tatendrang.

Was ist wahrer Fortschritt?

Guillotine

Fortschrittliches Fallbeil       Foto © Colin Beavan

Colin Beavan

Aufgrund meiner Haltung zu Konsumfragen wird mir oft vorgeworfen, ich sei gegen den Fortschritt. Das ist interessant für mich, da ich sehr für den Fortschritt bin. Ich wünsche mir Fortschritt so sehr. Es ist nur so, dass ich mir nicht so sicher bin, ob die gesellschaftlich akzeptierte Definition von Fortschritt die richtige ist. Den gleichen Weg einzuschlagen, den wir die vergangenen 100 Jahre gegangen sind, scheint mir kein Fortschritt zu sein. Das ist eher mehr vom Gleichen. Handys, auf denen man noch besser Fernsehen schauen kann, scheinen mir mehr vom Gleichen zu sein. Verlässlich gutes Trinkwasser bereitzustellen für die Milliarde von Menschen auf dieser Erde, die keines haben – na, das sieht doch nach Fortschritt aus.

Wie auch immer, es gibt ein Buch von Tolstoi, eines von dreien, die Gandhi und Martin Luther King sehr inspiriert haben.

Selbstversorgung, auf japanische Art

Im Garten

Im Garten       Foto © Sean Sakamoto

Sean Sakamoto

Wo auch immer man in Japan hingeht, immer werden einem die Gärten auffallen.
Selbst in ziemlich dicht besiedelten Vororten wird jedes Fleckchen Erde mit Hingabe und Akribie kultiviert, üblicherweise von Großvätern und Großmüttern die, vom Leben gezeichnet, mit krummem Rücken zu Werke gehen.

Wenn Menschen in diesem Land alt werden, arbeiten sie in ihren Gärten. Ganz gleich, zu welcher Zeit des Jahres oder wie gut oder schlecht das Wetter ist. Sie sind draussen in der brutalen Sommerhitze, sie zupfen Unkraut im winterlichen Morgendunst, der einem die Kälte bis unter die Haut treibt. Umringt von Frühlingskirschblüten pflanzen sie Tomaten und während sich um sie herum die Herbstblätter feuerrot färben, ernten sie Kürbisse.
Zur Erntezeit ist es üblich, dass Nachbarn einen an den Gaben ihres Gartens teilhaben lassen und einfach eine Tüte mit Gurken oder Bohnen oder was auch immer vorbeibringen.

Die Kraft des Kleinen

Von der Kunst, Veränderung zu bewirken

Kleine Kraft die Leben schafft

Kleine Kraft die Leben schafft       Foto © Gerti G./photocase

Leo Babauta

In "Krieg der Sterne" gibt es eine Jedi-Krafttechnik die sich "die Kunst des Kleinen" nennt. Im Kern geht es darum, dass ein Jedi seinen Fokus verkleinert – bis dass er die gebündelte Kraft nutzen kann, um Dinge auf einer mikroskopisch kleinen Ebene zu verändern.
Das ist eine freakige Art zu zeigen, wie das Fokussieren auf weniger und weniger zuletzt alles verändern kann.

Wirtschaft und Politik neu denken

Warum eine Besinnung auf Bedürfnisse uns ein ganzes Stück weiterbringt

Der menschliche Geist aus Sicht des 17. Jahrhunderts

Der menschliche Geist,
aus Sicht des 17. Jahrhunderts

Dirk Henn

“Ein Problem kann nicht auf derselben Bewusstseinsebene gelöst werden, auf der es entstanden ist.”
Albert Einstein

Wie können wir dafür sorgen, dass Politik und Wirtschaft die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen stoppen und sich auf neue Art der Erfüllung unserer Bedürfnisse zuwenden?
Nun, ich fürchte, wir müssen zunächst einen Umweg gehen, wenn wir zum Ziel kommen wollen. Denn Politik und Wirtschaft, derzeit in großer Verwirrung über Konzepte und Perspektiven, lassen sich nicht aus sich selbst heraus "ändern" oder "verbessern". Wir ahnen es, wenn wir die zigste Petition unterzeichnen, uns an der nächsten Großdemonstration beteiligen oder mit Unterschriftenlisten im Bekanntenkreis hausieren gehen.
All das sind wichtige Bestandteile einer verantwortlichen Einflussnahme, keine Frage. Doch ein grundlegender Wandel sieht anders aus.

Das ganze Ausmaß des Wandels

Auf dem Weg zu einer Politk des Lebens – Teil 1

Dirk Henn

„So negativ wie du sehe ich die Welt gar nicht“ sagte mir meine Frau nach einem ersten Blick auf meine Website. Uups, fragte ich mich, bin ich tatsächlich so pessimistisch? Als wir dann miteinander sprachen wurde mir bewusst, dass vielen Menschen das Ausmaß der derzeit stattfindenden globalen Veränderungen nicht bekannt ist.
Warum also kann es nicht weitergehen wie bisher? Warum kommen wir nicht daran vorbei, jetzt unser Leben von Grund auf zu ändern? Von Jahr zu Jahr werden Konsumenten und Firmen umweltbewußter – wir sind doch auf dem richtigen Weg, oder etwa nicht?

An wahren Wirtschaftskreisläufen teilhaben

Sean Sakamoto

Sean Sakamoto       Foto © Sean Sakamoto

Sean Sakamoto



"Sparsamkeit kann eine Konsumgesellschaft zum Erliegen bringen, mit verheerenden Auswirkungen.“


Immer wieder lese ich, dass sparen das Schlimmste für die Wirtschaft ist. Der Artikel in der New York Times, aus dem das Eingangszitat stammt, beschreibt japanische Sparer als „totes Gewicht“. Die zugrundeliegende Annahme ist, dass wir mehr und mehr konsumieren sollten, um das Wachstum der Wirtschaft zu erhalten. Menschen produzieren Dinge, andere Menschen konsumieren diese Dinge und solange die Zahlen stetig ansteigen ist alles in Ordnung.

Einiges stört mich daran. Zum einen geht es dabei um die Bedeutung von Nachhaltigkeit.

Lass die Welt an dir vorüberziehen

Das, was immer schon da ist

Das, was immer schon da ist       Foto © Erik/Flickr

Leo Babauta

Gestern saß ich vor meiner neuen Wohnung (wir sind letzte Woche umgezogen, und wir lieben diesen neuen Ort) und ich habe einfach den Dingen um mich herum ihren Lauf gelassen.
Menschen fuhren in ihren Autos vorbei, in Eile auf dem Weg zu ihrer nächsten Verabredung. Vögel zogen vorüber und die Insekten waren so geschäftig wie die Menschen in ihren Autos, während um mich herum die Pflanzen und Gräser im feuchten Klima Guams gedeihen.

Aufbruch ins Ungewohnte

Der wöchentliche Weg in eine lebenswerte Welt

Parkplatz himmelblau

Parkplatz himmelblau       Foto © decar66/photocase

Dirk Henn

Seit mehr als 30 Jahren wissen wir, dass wir so nicht weiterleben können. Dass wir die Natur, die Grundlage unseres Lebendigseins, Zug um Zug vernichten. Und wir beginnen zu ahnen, dass der Preis materiellen Wachstums auch für unsere seelische Gesundheit zu hoch ist.
Warum nur gelingt es uns nicht Einhalt zu gebieten? Was läßt uns, jeden einzelnen von uns, straucheln?

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