Leo Babauta

Das Geheimnis, mit dem du alles verändern kannst

Aufbruch

Aufbruch       Foto © willma.../photocase

Leo Babauta

Ich habe im Laufe der Jahre einiges darüber gelernt, wie wir Gewohnheiten verändern können, und ich habe Tausenden Menschen gelehrt, wie es geht. Am Schwierigsten zu verändern sind die Gewohnheiten, die wir scheinbar nicht unter Kontrolle haben. Wir wollen uns verändern, können aber scheinbar nicht die dafür nötige „Willenskraft“ (ein Begriff, an den ich nicht glaube) aufbringen.
Für mich waren Gewohnheiten, die außer Kontrolle zu sein schienen: rauchen, Fast Food essen, zu viel essen, wenn ich mit anderen zusammen war, Dinge aufschieben, Wut, zu viel Geduld, negative Gedanken.

Ich habe jedoch ein kleines Geheimnis gelernt, durch das ich das alles verändern konnte:

Wenn du dir dessen bewusst bist, kannst du es verändern.

Ok, verdreh bitte nicht gleich die Augen und hör nicht sofort auf zu lesen. Dieses Geheimnis scheint für manche offensichtlich oder zu einfach zu sein. Lass uns also etwas tiefer schauen.

Wenn wir den Drang spüren, etwas zu essen, von dem wir wissen, dass es nicht gut für uns ist, geben wir oft auf. Aber ist es wirklich so einfach? In Wahrheit findet unser Verstand vielmehr eine rationale Erklärung dafür, warum wir dieses Stück Kuchen essen sollten, warum es zu schwer ist, dem zu widerstehen, warum es gar nicht so schlimm ist, wenn wir es essen. Der Verstand fragt uns, warum wir uns diesen Schmerz antun wollen, warum wir uns nicht einfach leben lassen können und warum wir diese Belohnung denn nicht verdienen?

Jeden Moment verbessern

Leo Babauta

Ich spreche mich sehr dafür aus, dass wir langsamer werden, unser Leben vereinfachen, weniger tun und nicht so beschäftigt sind … aber was ist, wenn wir in einer Situation sind, in der das nicht möglich ist?
Was tun wir, wenn wir in unserem Leben nicht weniger beschäftigt sein können – sind wir dann dazu verurteilt, ein Leben in Angst und Unglück zu leben?
Nein. Ich werde ein ganz einfaches Werkzeug mit dir teilen, das vielleicht wirklich dein Leben transformiert. Es ist etwas, das ich in den letzten Monaten ausprobiert habe und ich kann bestätigen, dass es hervorragend funktioniert.

Das Tao der Produktivität

Leo Babauta

Im Zeitalter digitaler Kommunikation sind wir geschäftiger denn je. Und doch scheinen wir in all dem Getöse und der Aufruhr kaum Zeit zu finden, klar zu schauen, was wichtig ist und darüber nachzudenken.

Um unseren Blick für diese Dinge zu schärfen, müssen wir unsere Vorstellung von Produktivität von Grund auf überdenken.

Unsere Gesellschaft ist von Produktivität geradezu besessen. Wie müssen "hart arbeiten", viele Stunden lang, um unsere Dinge geregelt zu kriegen, allzeit emsig und geschäftig; wir müssen To-Do-Listen anlegen, um sie dann wieder abzuhaken, wir müssen zahllose Projekte in Bewegung halten, die Gewinne steigern und einfach immer, immer mehr leisten. Aber wofür? Worum geht es in all dieser Besessenheit? Sie führt zu Burnout, Stress und Angst, zu einem unglücklichen Leben, zu Gier und Verwirrung und dazu, dass man für seine Familie, seine Freunde und sogar für sich selbst keine Zeit mehr hat.

Was würde passieren, wenn wir all das einfach über den Haufen werfen würden? Wenn wir sagen würden: "Ich möchte das tun, was mir wichtig ist, aber der Rest kann mir gestohlen bleiben?" Lasst uns in diesem Sinne ein neues Credo formulieren: Einfachheit, Bedeutung, Fokus, Stille und Freude. Lass uns schöne und nützliche Dinge tun – und zwar mit Freude.

Die Pause, von der alles Andere abhängt

Pause

Pause       Foto © Prato9x/flickr

Leo Babauta

Ich habe eine Gewohnheit entwickelt, die mein Leben verändert hat.

Die Pause.

Wenn wir Fehler machen, dann deshalb, weil wir ohne nachzudenken einem Drang folgen – wir merken es meist nicht einmal. Wir haben Lust Junkfood zu essen, und wir tun es. Wir haben den dringenden Wunsch, die Emails zu checken, statt ein Kapitel unseres Buches zu schreiben und deshalb öffnen wir die Inbox. Wir verspüren den inneren Drang zu rauchen, Alkohol zu trinken, Drogen zu nehmen, an unseren Fingernägeln zu kauen, ein Facebook-Spiel zu spielen, etwas aufzuschieben, eines der Fitnesstrainings auszulassen, mehr Pommes zu essen, zu kritisieren, aus Eifersucht oder Wut zu handeln, grob zu sein … und wir folgen diesem Drang.

Die andere Person ist nicht das Problem

Sackgasse

Sackgasse       Foto © AllzweckJack/photocase

Leo Babauta

Unglaublich oft machen wir andere Personen für unseren Frust verantwortlich – Tag für Tag.
Sie irritieren uns, machen die Dinge nicht in der richtigen Art und Weise, sie sind inkompetent, grob, gedankenlos, schlechte Autofahrer, zu langsam, können nicht hinter sich aufräumen, sie sind langweilig oder fahrlässig und sorglos.
Naja, wir werden ewig frustriert sein, wenn wir an dieser Geisteshaltung festhalten.
Wir werden immer wütend, angegriffen, verletzt und enttäuscht sein. Es wird kein Ende nehmen mit den Angriffen, die die Menschheit auf uns verübt – so lange wir entscheiden, dass alle anderen schief liegen, immerzu.

Sie sind nicht das Problem.

Das ist eine Lektion, die ich von Charlotte Joko Beck in ihrem Buch "Zen im Alltag" gelernt habe. Das Problem ist unsere Reaktion.
Die äußerliche Erscheinung (zum Beispiel ist jemand grob zu dir) kann sich immer ereignen, jeden Tag, oft sogar viele Male an einem Tag. Wir können andere nicht davon abhalten, grob zu sein – aber wir können ändern, wie wir darauf reagieren.

Angstfreude

Im freien Fall

Im freien Fall       Foto © Adrenalinerzeuger/photocase

Leo Babauta

Als Cloe – meine erste Tochter – geboren wurde, war ich von einer überwältigenden Freude erfüllt, sie war ein lebendes Wunder! Zugleich war ich von einer Mark und Bein erschütternden Angst eingenommen — hier war ein zerbrechliches neues Leben, meinen unkompetenten Händen anvertraut. Diese Mischung zweier so starker Gefühle war überwältigend.

Ich nenne es Angstfreude. Es stellte sich heraus, dass ich bei der Geburt eines jeden meiner Kinder von Angstfreude erfüllt war. Und es stellt sich heraus, dass jeder einzelne der entscheidenden Momente meines Lebens von Angstfreude begleitet war, einer Mischung aus intensiver Freude und intensiver Angst als Ausdruck eines intensiven Gefühls, erhebend und klärend zugleich.

Schluß mit Konsumismus!

Leo Babauta

Wir sind keine Konsumenten. Wir sind Menschen.

Unser Leben ist nicht dazu bestimmt, Geld zu verdienen, damit wir unsere Einkaufsgewohnheiten aufrecht erhalten können oder damit wir uns ein großes Haus und zwei Autos oder luxuriöse kulinarische Genüsse oder teure Unterhaltung leisten können.

Wir leben nicht, um die Wirtschaft zu unterstützen. Und doch scheint es so – wenn man objektiv von außen auf unsere Gesellschaft schaut – dass wir das tun.

Am besten keine Ziele

Leo Babauta

Die Idee konkreter, erreichbarer Ziele scheint in unserer Kultur tief verwurzelt zu sein. Ich weiß, ich habe viele Jahre zielorientiert gelebt, und tatsächlich geht es in einem großen Teil meiner Texte darum, wie man sich Ziele setzen kann und wie man sie erreicht.

Nun jedoch lebe ich zumeist ohne Ziele. Es ist absolut befreiend und im Gegensatz zu dem, was man dir vielleicht beigebracht hat, heißt das überhaupt nicht, dass du aufhörst, etwas zu leisten oder zu erreichen.

Es bedeutet, dass du damit aufhörst, dich von Zielen begrenzen zu lassen.

Nimm zum Beispiel diesen weit verbreiteten Glaubenssatz: "Du kommst nie irgendwo an, wenn dir nicht klar ist, wohin du gehst." Das scheint sehr dem gesunden Menschenverstand zu entsprechen, und doch ist es offensichtlich nicht wahr – es wird sichtbar, wenn du für einen Moment innehältst, um darüber nachzudenken.
Mach ein einfaches Experiment: Geh nach draußen, laufe in eine beliebige Richtung und nimm dir die Freiheit, willkürlich die Richtung zu ändern. Nach 20 Minuten oder einer Stunde ... wirst du irgendwo sein! Du hast bloß nicht gewusst, dass du dort landen würdest.

Angst hält uns davon ab, in Einfachheit zu leben

Die kleinen Dinge des Lebens

Die kleinen Dinge des Lebens       Foto © jöni/photocase

Leo Babauta

Warum behalten wir Dinge, obwohl wir sie nicht brauchen oder benutzen? Weil wir Angst haben, dass wir sie doch noch brauchen werden. Angst davor, was passieren würde, wenn wir uns von ihnen trennen.

Jahrelang hatte ich ein Auto, für Notsituationen und weil es mich beunruhigte, möglicherweise Dinge nicht tun zu können, die ich tun wollte oder musste. Dann entdeckte ich, dass ich alles, was ich tun will, auch ohne Auto tun kann – und mehr noch. Und dass die "112" in wirklichen Notfällen besser ist.

Geh es langsam an und genieße das Leben

Kein Hundeleben

Kein Hundeleben       Foto © riot jane/flickr

Leo Babauta

Es ist eine Ironie modernen Lebens: Ständig erfinden wir zeitsparende Technologien – und dann nutzen wir die Zeit, um mehr und mehr Dinge zu tun. So sind unsere Leben weitaus atemloser und hektischer als jemals zuvor.

Das Leben bewegt sich in einem so schnellen Tempo, dass es ans uns vorüber zu ziehen scheint, bevor wir es überhaupt genießen können.

Doch das muss nicht so sein. Lasst uns gegen einen hektischen Lebensstil rebellieren, lasst es uns langsamer angehen!

Ein Leben in langsamerer Gangart bedeutet, Zeit zu schaffen, um die Morgende zu geniessen, anstatt in wilder Aufruhr zur Arbeit zu eilen. Das heißt, sich Zeit zu nehmen um das genießen, was immer man gerade tut – anstatt unaufhörlich mit dem Blackberry oder iPhone oder Laptop „connected“ zu sein, anstatt immerzu über Aufgaben, E-Mails und Arbeitsfragen nachzudenken. Das heißt „ein Ding zur Zeit“ zu tun, anstatt im Multitasking-Modus unaufhörlich zwischen einer Vielzahl von Aufgaben hin und her zu wechseln – ohne sich auf eine von ihnen wirklich konzentrieren zu können.

Verlangsamung ist eine bewusste Entscheidung, nicht immer eine einfache, doch sie führt zu einer größeren Wertschätzung des Lebens, zu mehr Fröhlichkeit und mitunter sogar Glück.

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