Die Pause, von der alles Andere abhängt

Pause

Pause       Foto © Prato9x/flickr

Leo Babauta

Ich habe eine Gewohnheit entwickelt, die mein Leben verändert hat.

Die Pause.

Wenn wir Fehler machen, dann deshalb, weil wir ohne nachzudenken einem Drang folgen – wir merken es meist nicht einmal. Wir haben Lust Junkfood zu essen, und wir tun es. Wir haben den dringenden Wunsch, die Emails zu checken, statt ein Kapitel unseres Buches zu schreiben und deshalb öffnen wir die Inbox. Wir verspüren den inneren Drang zu rauchen, Alkohol zu trinken, Drogen zu nehmen, an unseren Fingernägeln zu kauen, ein Facebook-Spiel zu spielen, etwas aufzuschieben, eines der Fitnesstrainings auszulassen, mehr Pommes zu essen, zu kritisieren, aus Eifersucht oder Wut zu handeln, grob zu sein … und wir folgen diesem Drang.

Was wäre aber, wenn wir lernen würden, bei jedem dieser dringenden Impulse zu pausieren? Was wäre, wenn wir innehalten könnten und genau darauf achten, wie es sich in unserem Körper anfühlt – ohne sogleich zu handeln?

Der Drang würde uns nicht kontrollieren. Wir wären in der Lage, bewusste Entscheidungen zu treffen, die gesünder für uns sein könnten und uns helfen, glücklicher zu sein.

Wenn wir innehalten können, schaffen wir Raum. Raum, um zu atmen, nachzudenken, nicht zu handeln.

Die Pause ist die Antwort auf so viele unserer Probleme. So etwas Kleines, aber so wirkungsvoll.

Um die Pause zu entwickeln, achte auf deinen nächsten Drang. Ist es der Drang im Internet zu surfen? Oder etwas zu essen, von dem du weißt, dass es nicht gesund für dich ist? Achte auf diesen Drang, lerne davon, soviel du kannst. Wenn du dann nach der Pause danach handelst, dann ist das in Ordnung. Du achtest darauf, pausierst und bist aufmerksam.

Und wiederhole das beim nächsten Drang, und beim nächsten. Mit Übung wirst du gut darin werden, und du wirst viele Möglichkeiten der Übung haben.

Immer wieder wird ein neuer Drang kommen, aber deine Fähigkeit innezuhalten wird stärker werden. Und wenn du pausieren kannst, dann wird dir das bei allem, was du tust, helfen.

Dieser Artikel stammt von Leo Babauta, er wurde erstmals auf seiner Website zenhabits.net unter dem Titel The Pause Upon Which All Else Relies veröffentlicht. Sein täglicher (englischsprachiger) Newsletter bietet eine Vielzahl von wertvollen Anregungen. Übersetzung: Dirk Henn.

Kommentare

Was tun?!

Ich habe den Text von Leo nochmals durchgelesen. Er meint den Drang, etwas für mich Schädliches tun zu wollen. Diesen Drang sollte ich beobachten, ihm nicht folgen. sondern durch eine Pause ins Bewusstsein zu bringen, ob es mir Gutes bringt, mir bewusst zu werden, WAS ich da tun will (manchmal muss der Mensch auch einem Drang nachgeben, auch wenn er schädlich ist- so manche Frau kann davon ein Lied singen, ich sage nur "Schuhe" oder "shoppen").

Ich denke auch, das trifft den Kern, bewusst leben, bewusst den Alltag gestalten, wie sagt man so schön "Im Hier und Jetzt leben", der Zen Buddhist würde sagen: Tue genau das, was im MOMENT wichtig ist. Kümmere dich nicht um das Gestern, es ist vergangen, denke nicht an das Morgen, es ist noch nicht da und keiner weiß, wie es wird. JETZT ist wichtig

Gutes Zitat: "Wenn Du stehen willst, dann steh', wenn du sitzen willst, dann sitze, aber schwanke nicht".
Tue also genau, das, was im Moment das Wichtigste für dich ist, aber lass dich nicht von Termin zu Termin treiben, mach Pausen, überlege und entscheide dann (dann zieh' es aber auch durch, ohne wenn und aber) und was auch wichtig erscheint, nimm auch ab und zu mal die Position von außen ein. Tritt zur Seite und sieh die Dinge aus dem Blickwinkel eines fernen Beobachters.(wie unwichtig und klein erscheinen uns zum Beispiel unsere Probleme, wenn wir im Ausland sind und die dortigen Probleme sehen).

Nun, gut.... zu diskutieren gäbe es noch vieles... Jetzt muss ich mich jedoch erst einmal um die im Moment wichtigen Dinge kümmern :)

Was bringt uns dazu?

Sehr interessantes Thema: Was bringt uns immer wieder dazu, Dinge zu tun,von denen wir wissen, dass Sie uns schaden? Warum machen wir etwas, obwohl wir wissen, dass wir es hinterher bereuen (zumindest im Unterbewusstsein)? Wir kennenndie Folgen, kümmern uns aber nicht um die Ursachen?!?
Sind wir Menschen so "gestrickt"? Brauchen wir so etwas, denn offensichtlich wäre es doch ganz leicht, wir brauchen nur auf unseren Verstand zu hören!
Fragen über Fragen, über die es sich zu diskutieren lohnt.....

Bingo

Tja, wissen tu ichs.
Tun tu ichs auch (ganz manchmal).
Wollen tu ichs auch.
Können tu ichs wenig.
Obwohl ichs ja kann.
WAT ISSES DANN?
Was mich abhält,
was es mir "entfallen" läßt,
wenns grad wieder geschieht?
Manchmal mach ichs trotzdem.
Obwohl es da ist - das Thema ;
"du machst wieder dasselbe, -was Du doch lassen wolltest".

Ein solcher Text hilft.
Zumindest mir.
Auch ohne ihn ans Badspiegelchen zu pinnen, -
weil: DAS mir ja nur vor Augen hält WAS ICH (NOCH) NICHT KANN!!!!!

Der Text verankert sich in mir, nimmt Platz.
Er macht sich gemütlich, wird mich erinnern.
DANKE

Wunderbar

.... Einfach und beim Lesen schon effektiv in mir. Warum kommt man selbst nicht drauf? Vielen dank für diesen Tipp. Ich werde auf jeden Fall mich darauf einlassen weil so einfach und bestimmt wirkungsvoll.

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