Das Ende der Geschäftigkeit

Hierhin und dorthin – Rushhour

Rushhour     Foto © BeneA/photocase

Leo Babauta
"Nichts zu tun ist besser, als geschäftig nichts zu tun.“ Lao Tse

 
Hör auf damit, so geschäftig zu sein, und deine Arbeit ist halb erledigt.

Denk mal darüber nach, wie emsig wir tätig sind, und wie sehr wir damit prahlen, uns damit brüsten: Ich bin so beschäftigt, ich muss wichtig sein.
„Ich hab’ eine Million Sachen zu erledigen! Ich habe nie Zeit für irgendwas! Ich kann nicht runterschalten, ich bin zu beschäftigt.“ Das wird als eine gute Sache angesehen, in einer Gesellschaft in der wir produktiv, aktiv und von den Dingen in Anspruch genommen sein sollen.

Aber es ist ein beklopptes Spiel.
Geschäftigkeit ist schlicht und einfach Lärm, Aktionismus ohne Bedeutung, eine Menge kleiner unbedeutender Dinge anstelle einiger weniger wesentlicher Handlungen.

Hör auf, geschäftig zu sein. Entscheide dich einfach innezuhalten, heute.
Jetzt hast du es halb geschafft. Du hast dich entschieden, zu verlangsamen und deinen Fokus darauf zu richten, was wichtig ist. Mit einem Mal klärt sich dein Zeitplan und deine To-do-Liste schrumpft auf nahezu nichts zusammen.
Nun hast du nur ein oder zwei Dinge zu tun, anstelle von Millionen von Dingen. Du räumst Ablenkungen beiseite und fokussierst dich.

Aber wie kannst du damit aufhören, so beschäftigt zu sein? Es ist eine einfacher Wechsel der Geisteshaltung: Du sagst: „Ich werde nicht mehr geschäftig sein.“ Selbst wenn du nur geringe Kontrolle über deinen Zeitplan hast, kannst du dich entscheiden, einen Gang runterzuschalten und es langsamer anzugehen, die wichtigen Dinge herauszusuchen, um an ihnen zu arbeiten und, wenn nötig, mit deinem Chef darüber sprechen, dass du das tun wirst. Wenn du deinen Zeitplan kontrollierst kannst du all die Beschäftigungstherapie ad acta legen und nur die Aufgaben herausgreifen, die große Wirkung entfalten.

Es mag unmöglich erscheinen, aber wenn du dich einmal entschlossen hast, der Geschäftigkeit ein Ende zu setzen, hast du den größten Schritt bereits getan.

Du kannst nun Zeit schaffen für Arbeit, die du leidenschaftlich gern machst, für Arbeit, in der es um etwas geht. Du kannst Zeit für Einsamkeit, für Schaffensphasen finden. Du kannst Zeit schaffen für Kontemplation, für dich.

Hör auf geschäftig zu sein, und deine Arbeit ist halb erledigt.

“Das Leben scheint nichts anderes als eine schnelle Abfolge von geschäftigen Nichtigkeiten zu sein.” Jane Austen

 

Dieser Artikel stammt von Leo Babauta, er wurde erstmals auf seiner Website zenhabits.net unter dem Titel The end of busy veröffentlicht. Sein täglicher (englischsprachiger) Newsletter bietet eine Vielzahl von wertvollen Anregungen. Übersetzung: Dirk Henn.

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Nähere Details können Sie der Creative Commons Lizenz entnehmen, der dieser Beitrag unterliegt. Urheber: 52 Wege / Leo Babauta

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