Chögyam Trungpa

Aus dem Kokon in die Wiege

Im Kokon

Im Kokon     Foto © an.ma.nie/photocase.com

Chögyam Trungpa

Ein ängstlicher Geist ist die Mentalität derer, die noch immer Freude daran finden, im Kokon der Bequemlichkeit zu überwintern.
Menschen halten eine lange Liste von Gründen bereit, warum sie überwintern wollen. Sie beklagen, dass die Welt ein unwirtlicher Ort ist, also müssen sie in ihren Kokons verweilen.
Philosophen, Psychologen, Musiker, Mathematiker, Köche und ebenso Näherinnen – alle Arten von Menschen mit allen Arten von Geisteshaltungen – mögen ihre eigenen Antworten haben, warum man sie in ihren eigenen und speziellen Kokons belassen sollte.

Niemand ist schuld

Niemand ist schuld
Chögyam Trungpa

Schuld und Schuldgefühle sind grundsätzlich nicht gesund, weil sie die Eigenart haben, was immer geschieht zu verurteilen und nicht die Inspiration oder die positiven Aspekte zu sehen, die in den Dingen liegen.

Oft rühren Schuldgefühle von Selbsthass her, in dem wir uns selbst ununterbrochen verurteilen.
Der einzige Weg, über Schuld hinauszukommen, besteht darin zu sehen, dass es niemanden gibt, den man für das Chaos oder die Schwierigkeiten im Leben verurteilen könnte.

Chaotische Situationen sind keine Bestrafung, sondern Hinderniss und Startpunkt zugleich. So betrachtet kannst du das Positive inmitten des Negativen sehen.

Die Sanftheit kommt von dir

sanft
Chögyam Trungpa

In allen Lebenslagen kann die Sanftheit nur von dir kommen, niemand anders kann sie hinzufügen.

Wenn sich jemand in dich verliebt, wird daraus nichts, wenn du diese Person nicht liebst. Nichts kann von außen fabriziert werden.

Du musst in einem Zustand der Sanftheit oder Offenheit gegenüber der Situation sein; die äußerliche Situation kann nur als eine Erinnerungshilfe fungieren. Äußere Situationen eignen sich nur als Wegmarken.

Auf dem Weg vorankommen

Zu Fuss unterwegs

Zu Fuss unterwegs       Foto © bauchgefühl | photocase.com

Chögyam Trungpa

Ohne Probleme kommen wir auf dem Weg nicht voran.

Wir sollten dankbar dafür sein, dass wir in der samsarischen Welt sind, der verwirrten Welt.
So können wir den Pfad beschreiten – da wir nicht steril sind, völlig aufgeräumt, da die Welt nicht von irgendeinem computerisierten System übernommen wurde.

Da ist noch immer Raum für Rohigkeit und Unmittelbarkeit und Rauheit, allerorten. Viel Glück!

Die Würde der Welt ist immer da

Eisiger Sonnenaufgang

Sonnenaufgang       Foto © photoholic1/flickr

Chögyam Trungpa

Schau dir die Sonne an. Die Sonne scheint. Niemand poliert die Sonne. Die Sonne scheint einfach. Schau dir den Mond an, den Himmel – eine Welt, wie sie nicht besser sein könnte.

Leider versuchen wir menschliche Wesen, uns alles in Begriffen der Bedingtheit zu erschliessen. Wir versuchen aus nichts etwas zu machen. Wir haben alles durcheinandergebracht. Das ist unser Problem.

Wir müssen zurückkehren – zur Sonne und zum Mond, zu Drachen, Tigern, Löwen und Garudas (mythischen Vögeln). Wir können wie der blaue Himmel sein, meine Lieben, und wie die Wolken, so rein, so wunderschön.

Alles gründet im Guten

Chögyam Trungpa

Das fundamental Gute ist bedingungslos. Es ist bereits da, so wie Himmel und Erde schon da sind. Stell dir vor, du sitzt nackt auf dem Boden, dein nackter Hintern berührt die Erde. Du bist oben dem Himmel und unten der Erde ausgesetzt, eingebunden zwischen Himmel und Erde. Du kannst die Atmosphäre nicht ablehnen, die Sonne und den Mond, Bürgersteige und Wolkenkratzer, die Landschaft oder das Meer. So grundlegend ist das Gute, so bedingungslos. Es geht nicht um „Gut“ gegen „Böse“, Gutheit ist nicht für oder gegen etwas, genauso wenig wie das Sonnenlicht für oder gegen etwas ist.

 

Gib dir Zeit, um einfach da zu sein

Chögyam Trungpa

Gönn dir eine Pause. Genieß den Tag, deine normale Existenz. Wir müssen lernen, freundlicher mit uns zu sein, viel freundlicher. Lächle oft, auch wenn es niemand sieht. Lausche dem Echo deines Lebens wie einem Bach. Eine Menge Probleme entstehen aus Selbsthass. Lassen wir ihn los; lassen wir zu, dass er verschwindet. Seien wir wirkliche Menschen. Seien wir wahrhaftig Menschen.

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